Zuchtziel des Koninklijke Vereniging "Het Friesch Paarden-Stamboek" (KFPS)

Das Zuchtziel des F.P.S. ist die Zucht von Pferden mit schönem Exterieur (unter Beibehaltung der typischen Rassenmerkmale) unter weiterem Zurückdrängen der Inzucht in der Rasse selbst, die sowohl im Sport (Schaufahren, Fahr- und Reitdressur, Vielseitigkeitsprüfung) gute Leistungen bieten können, als auch für Freizeitreiten geeignet sind, und zwar mittels Selektion in der Rasse.

1. Exterieur

Als erster Punkt wird in der vorstehend genannten Definition des Zuchtzieles genannt: "Die Zucht von Pferden mit schönem Exterieur neben dem spezifischen Erwerb friesischer Pferde zum Schaufahren und zur Fahrdressur gibt es auch viele Züchter, Liebhaber und Freizeitreiter, die friesische Pferde lieben. Es ist bemerkenswert, dass, während bei vielen Stammbüchern die Zahl der Mitglieder und Pferde bereits einige Jahre zurückgeht, das friesische Pferdestammbuch immer gröber wird, und sein Mitglieder- und Pferdebestand immer noch zunimmt. Obwohl friesische Pferde u.a. im Vierspännersport, Schaufahren, in der Fahrdressur und gelegentlich in der Reitdressur gute Leistungen bieten, sind bestimmte Sachen verbesserungsfähig. Die Anziehungskraft, die das friesische Pferd auf viele Liebhaber ausübt, kann nicht einfach aufs Spiel gesetzt werden, wenn über ein Zuchtziel gesprochen wird. Dabei kann ein Spannungsfeld zwischen einer vorher vereinbarten Exterieurbeschreibung einerseits und den Anforderungen an die Benutzung und Anwendung im Sport andererseits entstehen. Ergänzungen des Exterieurs stützen sich zu einem Großteil auf Anlage 10 des Standardwerkes "Das friesische Pferd" von Herrn Ir. G.J.A. Bouma (Seite 456 und 457) mit Zufügungen, die eine möglichst konkrete Beschreibung des Exterieurs des friesischen Pferdes bezwecken.

Der Kopf

Nicht zu lang und ausreichend breit. Kleine aufmerksame Ohren, und die Ohrspitzen neigen sich ein wenig zueinander. Die Augen sind groß und glänzend. Das Nasenbein ein wenig hohl oder gerade. Weite Nüstern, geschlossene Lippen und gut aufeinander passende Zähne. Die Kiefer nicht zu schwer, mit genügend Zwischenraum. Der Kopf vor allem trocken und deutlich ausgeprägt. Fließender Übergang zum Hals. Das Genick ausreichend lang, so dass das Pferd den Kopf in ausreichendem Maße neigen kann. Der ganze Kopfansatz nicht zu schwer, und vor allem Raum bei dem Kehlgang.

Der Hals

Leicht gebeugt, mit Kamm. Der Hals darf nicht zu kurz und nicht zu wenig muskulös sein und muss ausreichend hoch aus der Brust kommen. Ein Unterhals wird nicht gerne gesehen.

Der Widerrist

Gut entwickelt, und vor allem gleichmäßig in den Rücken verlaufend. Der Widerrist nicht zu flach.

Der Rücken

Der Rücken nicht zu lang und ausreichend muskulös. Ein etwas gesunkener Rücken ist erlaubt. Die Lenden breit, stark und muskulös, und fließend ins Kreuz verlaufend.

Das Kreuz

Das Kreuz nicht zu kurz, etwas abschüssig, ausreichend breit und muskulös, nicht zu rund oder sich zuspitzend (enge Sitzbeine). Der Schweif nicht zu niedrig eingepflanzt. Vor allem die Behosung muss gut entwickelt sein und lang durchgehen.

Die Schulter

Die Schulter muss ausreichend lang und schräg sein. Die Buge müssen ausreichend weit sein, so dass sie zusammen mit dem Brustbein und guten Muskeln eine schöne Vorderbrust bilden können.

Die Brust nicht zu breit, aber auch nicht zu schmal.

Die Rippen

Die Rippen müssen ausreichend lang und gut gewölbt sein und Herz und Lungen Raum geben. Kugelrund ist nicht erwünscht. Der Bauch muss nach hinten ausreichend tief sein.

Die Beine

Die Vorderbeine müssen richtig stehen. In der Vorderansicht senkrecht, und unten eine Hufbreite Zwischenraum. In der Seitenansicht senkrecht bis zum Fesselgelenk, die Fessel in einem Winkel von 45° zum Boden. Die Röhre des Vorderbeines nicht zu lang. Der Oberarm muss allerdings eine ausreichende Länge haben. Die Fessel ausreichend lang und federnd. Hufe weit und makellos.

Von hinten gesehen gerade Hinterbeine. In der Seitenansicht gut gestellt, stark, mit guten, starken Hufen. Die Röhre hinten etwas länger als das Vorderbein, während der Schenkel ausreichend lang und zudem muskulös sein muss. Die Gelenke müssen sowohl vorne als hinten gut entwickelt und vor allem trocken sein und ein gutes Fundament haben. Der Winkel bei dem Sprunggelenk muss etwa 150' sein, während bei den Hinterbeinen die Fessel einen Winkel von etwa 55° zum Boden hat.

Schritt. Der Schritt muss gerade sein. Kräftig und geschmeidig mit genügend Raum, aus der Schulter kommend, mit ausreichendem Schub aus der Hinterhand. Die Hinterhand muss kräftig untergebracht werden. Trab raumgreifend, vornehm, mit gutem Schub aus der Hinterhand. Der Trab muss leichtfüßig sein, mit einem Schwebemoment und ausreichender Geschmeidigkeit des Sprunggelenks.

Der Galopp. Ein heiterer und tragender Galopp mit ausreichendem Schub aus der Hinterhand und Geschmeidigkeit des Sprunggelenks.

2. Die typischen Merkmale der friesischen Rasse

Ein harmonisch und ausgewogen gebildetes Pferd mit edlem Kopf und hellen, intelligenten Augen. Kleine aufmerksame Ohren, die sich leicht zueinander neigen. Ein nicht zu kurzer, leicht gebeugter Hals, ein ausreichend starker Rücken, in einem nicht zu kurzen Kreuz endend, das nicht zu abschüssig sein darf.

Eine kräftige, ausreichend lange und schräge Schulter. Ausreichend lang gerippt, mit guter Wölbung, starken Beinen und Füßen, einem gut entwickelten Oberarm und gutem Stand. Flotte, rechteckige, elegante und erhabene Gangarten, die von ausreichender Behaarung am Unterfuß, einem schönen Kamm und einem schönen, langen Schweif besonders unterstrichen werden. Kurz ein Luxuspferd mit stolzer Erscheinung, das temperamentvoll und arbeitslustig ist und einen ehrlichen Charakter hat. Eine Widerristhöhe im Alter von drei Jahren von etwa 1.60 Meter wird als ideal betrachtet. Als Farbe sieht man am liebsten schwarz.

3. Benutzung und Anwendung im Sport

Das friesische Pferd wird in zahlreichen Weisen in mehreren Sportarten eingesetzt, und zwar:

  • Schaufahren
  • Marathon
  • Vielseitigkeitsfahren
  • Reitdressur
  • Freizeitsport

In einigen der vorstehend genannten Disziplinen des (Pferde) Sports, unter anderem im Schaufahren und in der Fahrdressur, bieten die friesischen Pferde gute Leistungen. Damit das erreichte Niveau behalten oder verbessert wird, und auch in anderen Sportarten eine bedeutungsvolle Rolle gespielt werden kann, muss auf nachstehendes geachtet werden: - starke Hinterhand mit ausreichendem Schub, nicht zu schweres Luxuspferd, ausreichend lange, schräge Schulter harte und trockene Beine, leichtfüßige Bewegungen mit einem Schwebemoment, nicht zu kleine, aber auch nicht zu große Pferde; Pferde von 1.59 - 1.63 m als Ideal, ausreichend lange Oberarme und Schenkel, die muskulös sein müssen, guter Übergang von den Lenden zum Kreuz, mit gut entwickelter und lang durchgehender Behosung, gute, weite Hufe mit ausreichenden Ballen, guter Kopf-/Halsansatz, ehrlicher Charakter mit genügend Arbeitslust und Ausdauer.

4. Inzucht

Die Zucht der friesischen Pferde fußt auf einer ziemlich schmalen Grundlage von drei Linien, und zwar der Tetman-Linie, Age-Linie und Ritske-Linie. Dabei soll bemerkt werden, dass die Agelinie "dünn" ist, während der einflussreiche Hengst Ritske keine dominanten Hengste erzeugt hat. Der Eindruck besteht, dass bei der Bekämpfung von Inzucht schon einige Fortschritte erzielt wurden, aber dieses Thema bleibt eine ständige Sorge der friesischen Zucht.

5. Entwicklungen

Wie das authentische friesische Pferd aussah, und wie es sich entwickelt hat, lässt sich schwer ermitteln. Im Mittelalter wurde dieses einheimische Pferd, das in Westeuropa von Norwegen bis Spanien vorkam, von den Rittern benutzt. Auf alten Bildern und Gemälden werden schwere Barockpferde (Quadratpferde) abgebildet. Dieses Bild änderte sich im 18. und 19. Jahrhundert, als viele Friesenpferde bei Trabrennen (goldene Reitgerte) benutzt wurden. Nach 1920 brach für die Friesenpferde (immer noch drei Hengste im Jahre 1917) eine schwere Zeit an. Sie wurden dann hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt. Die relativ kurzen Beine und das große Gewicht (650-700 kg) waren zwei wesentliche Änderungen, die gezüchtet wurden. Nach 1970 verdrängte der Trecker das Pferd in der Landwirtschaft fast ganz. Ab dieser Zeit wird das Pferd mehr und mehr in der Weise benutzt, die im Abschnitt "Benutzung und Anwendung im Sport" umschrieben wird. Obwohl es unter den Mitgliedern Liebhaber gibt, die das Friesenpferd als Landwirtschaftspferd sehen und zu diesem Zweck züchten möchten, ist das eine völlig freie Wahl, gewiss wenn solches mit dem Ziel des Züchters verbunden ist, die Schwächen der Rasse wie die vorkommende schwache Hinterhand, Härte, Raum usw. zu verbessern. Ds Zuchtziel verlangt ein "modernes" Friesenpferd, das die rassentypischen Eigenschaften behalten hat. Kurz ein Luxuspferd, das den Anforderungen entspricht, die in den Abschnitten über das Exterieur und die Benutzung umschrieben wurden. Obwohl das Exterieur im Zuchtziel als erstes genannt wird, müssen die Basisgangarten - zum Beispiel während einer Exterieurkörung - schwer zählen.

Zuchtpolitik in Bezug auf Stuten

A.1 Körungspolitik

Aufnahme ins Stammbuch (F)

Der Typ des Friesenpferdes, der im Zuchtziel umschrieben wird, wird angestrebt, das heißt ein harmonisch und ausgewogen gebildetes Pferd mit edlem Kopf und hellen, intelligenten Augen. Kleine aufmerksame Ohren, die sich leicht zueinander neigen. Ein nicht zu kurzer, leicht gebeugter Hals, eine ausreichend lange und schräge Schulter, ein ausreichend starker Rücken, in einem nicht zu kurzen Kreuz endend, das nicht zu abschüssig sein darf. Ausreichend lang gerippt, mit guter Wölbung, starken Beinen und Füßen, einem gut entwickelten Oberarm und gutem Stand. Flotte, rechteckige, elegante und erhabene Gangarten, die von ausreichender Behaarung am Unterfuß, einem vollen Kamm und einem schönen, langen Schweif besonders unterstrichen werden. Damit dieses Ideal erreicht wird, ist eine strenge Körungspolitik wichtig. Das bedeutet, dass Stuten mit Erbfehlern nicht aufgenommen werden dürfen und soviel wie möglich von der Zucht ferngehalten werden müssen. Kriterien bezüglich der Untauglichkeit sind unter anderem:

  • Harte Beinfehler wie:
    • Beinwucherung über dem Huf
    • Spat
    • schwielige Wucherung an der Hinterseite des Sprunggelenks
  • Weiche Beinfehler wie:
    • harte und trockene Wucherung am Bein
    • Schwellung der Kniescheibe
  • Lahmheiten
  • Schweine- bzw. Hechtmaul
  • Zeichnungen an den Beinen
  • ein zu geringes Stockmaß

In Bezug auf die Benutzung der Hinterhand muss die Auswahl nach besonders strengen Kriterien getroffen werden. Zu oft kommt noch eine mäßige bis schlechte Benutzung des Hinterbeines vor. Dabei soll dem Kniegelenk und Abweichungen in ihm, wie einer festsitzenden Kniescheibe (akuter Patellafixierung und chronischer oder habitueller Patellafixierung), und dem losen Knie zusätzliche Aufmerksamkeit geschenkt werden. Weiter sind der Bau und die Entwicklung des Sprunggelenks von großer Bedeutung. Züchter müssen davon durchdrungen sein, dass Züchten mit zweijährigen und nicht stammbuchwertigen Stuten vermieden werden muss.

Friesenfragen

hier können Sie viel über Hengste, Reglement, Körungen, Stutenstämme usw... erfahren

auf der Homepage von Petra S. von Känel Expertin über Friesenpferde

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